Fürstliches Residenzschloss Detmold

Das Fürstliche Residenzschloss Detmold befindet sich im Stadtzentrum von Detmold. Seinen Ursprung hatte das Schloss in einer alten Burg, die bereits im Jahre 1366 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Noch heute stammen einige Mauern aus dieser Zeit.

Fotos von 2012

Links

Daten

Adresse: Schlossplatz 1, 32756 Detmold
Besichtigung: Ja
Nutzung: Ausstellungen, Museum

Geschichte

Vor dem Ausbau zur Burg stand vermutlich im späten 8. oder frühen 9. Jahrhundert an gleicher Stelle ein Wirtschaftshof des Paderborner Bischofs, der von einem Schultheiß geleitet wurde. Der Ausbau zu einer Wasserburg dürfte mit der Übernahme der Herrschaft durch die Edelherren zur Lippe um 1200, spätestens jedoch mit der Gründung der Stadt Detmold durch Bernhard III. im Jahr 1263 erfolgt sein. Die Mauern des heutigen Schlossturms stammen aus dieser Zeit, während Teile des Süd- und Westflügels im 14. Jahrhundert erbaut wurden. Urkundlich wird die Burg erstmals 1366 erwähnt, zu dieser Zeit residierte Graf Simon III. gelegentlich in Detmold. Auch seine Nachfolger verließen zeitweilig ihren Stammsitz in Lippstadt, um in der Detmolder Burg zu wohnen. Im Verlauf der Soester Fehde 1447 ließ der Erzbischof von Köln Burg und Stadt Detmold von Böhmischen Söldnern plündern und zerstören. Danach wurden Burg und Stadt zu einer starken Festung ausgebaut und mit einer mächtigen Wallanlage bewehrt. 1468 wählte Graf Bernhard VII. zu Lippe Detmold zu seiner ständigen Residenz. Sein Nachfolger, Bernhard VIII., berief 1549 den Baumeister Jörg Unkair nach Detmold, der sich einen Namen mit diversen Renaissancebauten im Weserraum erworben hatten. Beim Bau des Schlosses Neuhaus bei Paderborn hatte er eine vierflügelige Anlage realisiert und übertrug dieses Konzept nun auf das Detmolder Schloss. Seine typische Handschrift ist an zwei Giebeln der Vorderfront und den beiden vorderen Treppentürmen zu erkennen. 1553 starb Unkair und seine Arbeit wurde vom Flamen Johann Robin mit dem Bau der Renaissancegalerie im Schlosshof fortgesetzt. Baumeister Cord Tönnies vollendete den Neubau mit der Errichtung des Torflügels.

Kleinere Umbauten gab es zu Beginn des 17. Jahrhunderts, um 1620 entstand das Küchenportal und 1673 ließ Graf Simon Heinrich den hinteren Flügel ausbauen - damit war die komplette Anlage in der heutigen Größe vollendet. Unter Graf Friedrich Adolf erfolgte 1715 der Umbau der beiden Langflügel und die Innenausstattung wurde dem Barockstil gemäß verändert. Die Räume erhielten mit Stuck verzierte Decken und Wände, Bemalungen und Wandteppiche. Trotz einiger Umbaumaßnahmen im 18. und 19. Jahrhundert blieb in der Gesamterscheinung des Schlosses bis heute der Zustand des frühen 18. Jahrhunderts erhalten.

Beim Detmolder Schloss handelt es sich um eine Vierflügelanlage mit Treppentürmen in den vier Hofwinkeln und entspricht damit dem Vorbild von Schloss Neuhaus bei Paderborn. Dieser für die Weserrenaissance in Deutschland charakteristische Baustil entwickelte sich ab etwa 1560 und fand weite Verbreitung. Typisch waren die das Schloss umgebenden hohen Bastionen zur Positionierung von Kanonen und breite Wassergräben, die das Schloss gegen Eindringlinge abriegelten.
Quelle: Wikipedia