Schloss Corvey

Das derzeitige Schloss Corvey war bis 1792 eine reichsunmittelbare Benediktinerabtei auf dem heutigen Stadtgebiet Höxters in Nordrhein-Westfalen.

Fotos von 2012

Links

Daten

Adresse: Schloss Corvey, 37671 Höxter
Besichtigung: Ja
Nutzung: Ausstellungen, Museum, Führungen, Schlossrestaurant, Veranstaltungen

Geschichte

Das derzeitige Schloss Corvey (früher: Corbei(y)a nova (823)) war bis 1792 eine reichsunmittelbare Benediktinerabtei auf dem heutigen Stadtgebiet Höxters in Nordrhein-Westfalen.

Corvey gehörte zu den bedeutendsten karolingischen Klöstern und verfügte über eine der wertvollsten Bibliotheken des Landes. Zahlreiche Bischöfe gingen aus der Abtei hervor. Die Abtei entwickelte sich im 9. und 10. Jahrhundert zu einem kulturellen, geistigen und wirtschaftlichen Zentrum im Gebiet der Sachsen. Nach einer Phase der Krise wurde Corvey im 11. Jahrhundert zu einem Reformkloster. Später baute es ein geschlossenes Territorium auf, verlor aber im Spätmittelalter an Bedeutung. Corvey gehörte in der Frühen Neuzeit zum Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis. Der Abt verfügte über eine Virilstimme im Reichsfürstenrat.

Die Folgen des Dreißigjährigen Krieges waren existenzbedrohend. Seit dem späten 17. Jahrhundert und im frühen 18. Jahrhundert erfolgte ein Wiederaufschwung. Seit dem späten 17. Jahrhundert erfolgte der Wiederaufbau der Kirche und der Klostergebäude im Stil des Barock. In der Folgezeit verlor die Abtei wieder an Bedeutung und Anziehungskraft. Im Jahr 1792 wurde das Kloster daher auf eigenes Bestreben in ein Fürstbistum umgewandelt. Bereits 1803 wurde die territoriale Selbständigkeit vom Reichsdeputationshauptschluss aufgehoben, das Bistum blieb aber bis 1825 bestehen. Einige Jahre später kam Corvey in Privatbesitz.

Bauhistorisch ist das karolingische Westwerk mit seinen Fresken aus dem 9. Jahrhundert von herausragender Bedeutung. Daher bewirbt sich Corvey um den Status des Weltkulturerbes.

Die ehemalige Abteikirche ist ein Denkmal barocker Ausstattungskunst. Auf dem Friedhof neben der Kirche befindet sich das Grab des Dichters der Deutschen Nationalhymne, Hoffmann von Fallersleben. Im Innern des Schlosses kann man den Kaisersaal, die Fürstlichen Salons und die Fürstliche Bibliothek mit zirka 74.000 Bänden besichtigen.

Das heutige Schloss ist nicht nur Baudenkmal und Museum, sondern auch kultureller Veranstaltungsort für Konzerte, Ausstellungen, Lesungen und museumspädagogische Angebote.
Quelle: Wikipedia